Mittwoch, 12. Februar 2014

Wir sind nicht allein, wir sind viele!


Diese Aussage der Lehrerin unter der Klassenarbeit meines Bruders verdeutlicht, dass wir noch viel Kraft aufwenden werden müssen, um die Mehrheit von geschlechtergerechter Sprache zu überzeugen. Sprache verändert Gesellschaften. 
Die Anzahl der Retweets und Favs zeigt aber auch, dass ich in meinem Kampf für geschlechtergerechte Sprache nicht alleine bin.

Samstag, 1. Februar 2014

[Gast-Beitrag] Robert Lewandowskis Wechsel zum FC Bayern und die Bedeutung für die 1. Bundesliga

Mit großem Interesse habe ich den Kommentar von Andi zum Wechsel von Lewandowski nach München gelesen. Ich freue mich, dass ich den Kommentar nun in meinem Blog veröffentlichen darf.

Ein Kommentar von Andreas Schlicht

Am 4.1.2014 war es soweit: Robert Lewandowski wechselte von Borussia Dortmund zum FC Bayern München. Schon oft kursierten Gerüchte über einen Wechsel, für viele war es nur noch reine Formsache. Am Tage der Vertragsunterzeichnung wartete eine Vielzahl von Reportern an der Säbener Straße, der Geschäftsstelle des FC Bayern. Viele Onlineportale fertigten ein Minutenprotokoll vom Eintreffen Lewandowskis über den Fitnesstest bis hin zu seiner endgültigen Verpflichtung ab Sommer 2014 an, um die Sportfans über einen Live-Ticker auf dem Laufenden zu halten.
Nachdem es im letzten Jahr schon zu einer Verpflichtung Mario Götzes durch die Bayern kam, wandert nun also der nächste Leistungsträger des stärksten Konkurrenten auf den Meistertitel, dem BVB, ab. Waren 2010/2011 und 2011/2012 die Borussen aus Dortmund gleich zweimal in Folge Meister geworden, bestand damals schon bei den in der Historie doch so erfolgsverwöhnten Bayern Handlungsbedarf – Mario Götze, einer der größten Leistungsträger des BVB, wurde noch in der laufenden Saison  verpflichtet. Der Aufschrei war groß, es hagelte viel Kritik, sei es im Internet, in Foren, auf Mario Götzes Facebookprofil  oder in regionalen und überregionalen Zeitungen: der Weggang Götzes sorgte für viel Zündstoff. Und nun der nächste Coup!

Schon vor einem halben Jahr machten sich die ersten Stimmen breit, Lewandowski werde seinen Vertrag nicht verlängern und zu den Bayern gehen. Schon damals kam es zu neuen Sorgen, Lewandowski schloss diesen Wechsel auch nie wirklich aus .Dann hieß es mal, der neue Trainer, Pep Guardiola wolle ihn gar nicht – im Nachhinein wohl alles Taktik. Für Lewandowski selbst wohl schon lange klare Sache.
Der Schritt ist nachvollziehbar: wer möchte nicht bei den glorreichen Bayern spielen, die anscheinend in ihrer jetzigen Verfassung unbesiegbar scheinen und alles gewinnen, was es gibt? Wer möchte nicht bei einem Verein spielen, dessen Vorstand die letzten paar Menschen, welche noch ins Stadion kommen, um wenigstens ein bisschen Stimmung zu machen, komplett aus dem Stadion raus haben möchte, damit die doch so wichtigen Personen im VIP-Bereich vor sich hinsitzen und das Gratis-Buffet dem Fußballgeschehen vorziehen können? Wer möchte nicht in einem Verein spielen, in denen der Manager Millionen hinterzieht, Merkel dies vorher verurteilt, ihm dann aber doch den Rücken stärkt. Wahrscheinlich wird Hoeneß davon kommen, keiner weiß warum. Wahrscheinlich werden die Bayern den Meistertitel und alles andere holen und auch nächste Saison der klare Favorit darauf sein, jeder weiß warum. Wie schon erwähnt hatten die Bayern wohl nie eine so dominierende Mannschaft wie heute das Team spielt einen Sieg nach dem anderen ein. Allein die Ersatzbank des Rekordmeisters bietet eine Mannschaft, die durchaus Ambitionen auf den Meistertitel anmelden könnte.. Warum besteht also Handlungsbedarf? Warum also ein Wechsel? Hat man doch mit Mandzukic einen Stürmer, der wie am Fließband trifft, was bei diesem weltklassigen Mittelfeld noch nicht einmal von Nöten wäre.

Die Antwort ist recht simpel, man möchte die direkten Verfolger schwächen. In früheren Fällen verpflichtete man schnellstmöglichst die aufsteigenden Talente anderer Vereine, um der Verpflichtung des Spielers durch einen Konkurrenten hervorzugreifen. Dass viele dabei ihre noch so junge Karriere wenn überhaupt auf der Ersatzbank verbringen durften, interessiert hier kaum jemanden. Das wohl prominenteste Beispiel ist hier Lukas Podolski. Das Geld ist dabei leider nur zu verlockend, und wie auch im alltäglichen Leben eines „normalen“ Menschen, können die Spieler dabei kaum widerstehen.

Viele befürchten nun einen Übergang der Liga in ein Modell ähnlich der spanischen Liga, in der nun seit mehreren Jahren nur die Vereine Real Madrid und Barcelona um die Spitze kämpfen , dem enormen Geld sei Dank. Dieses Modell könnte nun auch in Deutschland Einzug nehmen, der Unterschied ist nur, dass es dabei um eine Art Monopolstellung der Bayern gehen wird.

Die Borussia aus Dortmund wird sich nun für die nächste Saison wieder um einen ähnlich starken Spieler bemühen müssen, aber einen gleichwertigen Ersatz zu finden, scheint mehr als unmöglich. Bayern schwelgt indessen schon, den neuen Stürmer spielen und vor allem treffen zu sehen. Viele behaupten, Bayern sei nun gar nicht mehr aufzuhalten. Ich sehe das anders, denn den ganzen Erfolg bzw. das Durchsetzen des Modells nach spanischen Verhältnissen alles von einem Spieler abhängig zu machen, ist auch Schwachsinn.

 Fußball ist immer noch ein Teamsport und von so vielen andern Faktoren abhängig: durch Fehlentscheidungen des Schiedsrichtergespanns, der Tagesform und nicht zuletzt dem oft zitierten Quäntchen Glück. Robert Lewandowksi ist auch nur ein Mensch und ja - auch er kann schwächeln. Die Bundesliga bleibt für mich also weiterhin spannend, auch weil meine Mannschaft mit der deutschen Meisterschaft wohl in den nächsten Jahren eh nichts zu tun haben wird. In dem Sinne: Der Ball ist immer noch rund und das Spiel dauert 90 Minuten. Auch für den Rekordmeister.


Dienstag, 14. Januar 2014

Unwort des Jahres: Sozialtourismus

Die sprachkritische Darmstädter Jury hat heute den Begriff "Sozialtourismus" zum Unwort des Jahres gekürt. Eine Entscheidung, die ich persönlich absolut befürworten kann. Denn die Jury hat mit dieser Wahl nicht nur bewiesen, dass sie die Entwicklung der Sprache weiterhin im Blick hat. Sie hat ebenso in politischer Hinsicht Verantwortung übernommen. Sie weiß, dass Sprache Gesellschaft verändern kann.

In den letzten Monaten hatte die CSU immer wieder auf unsäglich rechtspopulistische Art und Weise Stimmung gegen die Migration von Osteuropäer*innen gemacht. Ein Umstand, den ich nicht nur in einem Blogeintrag behandelte, sondern bei dem ich mir ernsthaft Sorgen um die Außenwirkung Deutschlands mache. 

Die Jury sendet mit der Wahl ein klares Zeichen an die CSU, endlich den beschriebenen Populismus zu beenden und sachliche Politik zu machen. Rechtspopulismus darf in unserer Demokratie keinen Platz haben. Sprache verändert Gesellschaften. Deshalb ist es richtig, geschlechtergerechte Sprache zu nutzen und deshalb ist es auch richtig, sich bei der Wahl zum Unwort des Jahres darauf zu beziehen.

In diesem Sinne: vielen Dank, liebe Sprachwissenschaftler*innen, für diese Entscheidung.

Mittwoch, 8. Januar 2014

Warum mich die CSU einfach nur noch ankotzt.

Ich weiß, es ist nicht die besonders feine Art, aber ich sage es frei heraus: Die Christlich Soziale Union kotzt mich einfach nur noch an. Sie kotzt mich an, weil jeder verdammte Tag mit skandalösen CSU-Neuigkeiten beginnt und/oder endet. Ich kann es langsam nicht mehr hören, sehen oder lesen. CSU hier, CSU dort.

Einmal ist es die Vetternwirtschaft im bayerischen Landtag, ein anderes Mal das Verbot Asylbewohnerheime zu errichten. Ich möchte diesen Mist einfach nicht mehr hören. Ich will nicht, dass die Medien ständig deutschlandweit über den Freistaat Bayern berichten. Sie werden die Bürger*innen dieses Bundeslandes nicht davon überzeugen können, dass die CSU eine rechtpopulistische Partei ist und deshalb nicht mehr gewählt werden sollte. Und die Bürger*innen in den übrigen 15 Ländern müssen sie nicht mehr überzeugen – die wissen um den Rechtspopulismus. Außerdem können sie diese Partei eh nicht (ab)wählen.

Aber okay, es ist halt so. Die Medien machen ja auch nur ihren Job und das sollen sie auch. Mögen sie halt weiter über den Horst und seine Amigos im Freistaat berichten. Geschenkt.

Eher geht es mir um die Bundesebene: 7,4 Prozent holte die CSU in Deutschland bei der Bundestagswahl am 22. September 2013. Ich wiederhole: 7,4 Prozent. Die CDU holte 34,1 Prozent, die SPD 25,7. Und trotzdem stellt diese Landespartei die Chefs dreier Ministerien. Dass das natürlich nur Männer sind, muss hier nicht gesagt werden. Aber auch die Sache mit der überproportionalen Beteiligung an den Ministerien sei geschenkt.

Denn es geht um die politischen Inhalte und das politische Gewicht: Eine Pkw-Maut für Menschen aus dem Ausland, die deutsche Straßen nutzen, wird kommen. Das steht im Koalitionsvertrag! In Bayern kann man mit solch populistischen Themen Wahlen gewinnen. Drauf geschissen, dass eine Pkw-Maut EU-rechtlich so gut wie unmöglich ist. Hauptsache gegen „den Ausländer“. Mia san mia.  

Den Gipfel erreichte diese angeblich christliche und angeblich soziale Partei aber vor ihrer Frühjahrsklausur in Wildbad Kreuth. „Wer betrügt, der fliegt.“ Dieser ekelhaft pauschalierende Wahlkampf-Slogan bezieht sich auf die seit diesem Jahr geltende Arbeitnehmerfreizügigkeit für Menschen aus Bulgarien und Rumänien. Jede*r aus den 15 anderen Bundesländer weiß: das ist Rechtspopulismus pur. Aber in Bayern wird die CSU mit diesem Slogan und dieser Anti-Ausländer-Kampagne die Kommunalwahl im März sicher gewinnen. Im Freistaat gewinnt man durch solche Parolen nicht nur Wahlen, im Freistaat festigt man so seine Position als Volkspartei. Mia san mia.

Ich habe da keinen Bock mehr drauf. Die CSU nimmt mir den Spaß an der Politik. Und vor allem: Wie nimmt der Rest Europas bitte unser Land wahr, wenn Teile der Bundesregierung so ausländerfeindlich daher kommen? Das macht mir ehrlich Angst.

Ich will keinen Horst Seehofer, keinen Hans Peter Friedrich, keinen Alexander Dobrindt und auch keine Gerda Hasselfeldt mehr sehen. Ich will, dass diese Partei in den Medien auf einer Stufe mit den anderen CDU-Landesverbänden positioniert wird. Solange das nicht der Fall ist, erschaffe bitte jemand einen Spamfilter, der alle Nachrichten von der CSU auf ewig an mir vorbeilenkt. Ich ertrage es einfach nicht mehr.